Mein Weg zur Weltreise

Wie ist es also dazu gekommen, dass ich nun eine Weltreise mache?

Es gab eine Zeit, da war Urlaub und Reisen für mich noch nicht mit Sehnsucht verbunden. Also natürlich hab ich mich immer auf diese Zeit im Jahr gefreut (wer hat nicht gerne frei!?) und hab die Urlaube mit Eltern, später Freunden und dem Partner genossen. So richtig gefunkt hat es dann aber erst als ich das erste Mal allein verreist bin.

Ich war zwar schon nach dem Abi als Au Pair für einige Monate in Frankreich (hiermit ein Gruß in die Bretagne!), aber letztendlich war das doch mehr „Arbeit“ als freie Zeit zum Reisen. Im Sommer 2012 hab ich dann 4 Wochen in einem Work Camp in der Nähe von Paris verbracht und das hat den Stein ins Rollen gebracht. Mit etwa 20 jungen Leuten aus Deutschland, Frankreich, Italien, Finnland und Bolivien haben wir ein Theaterstück für ein Stadtfest auf die Beine gestellt. Wir haben den Inhalt selbst erarbeitet, Kostüme und Bühnenbild selbst entworfen und gebaut und währenddessen zusammen auf einem Campingplatz gewohnt, jeden Tag zusammen gekocht, sind nachmittags zum Baden in den Fluss gesprungen und haben die Abende am Lagerfeuer verbracht. Das war eine geniale Zeit und eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

2014 war ich dann mit meinem Opa und meinem Bruder auf Road Trip in Kanada unterwegs – unendliche Weiten, atemberaubende Natur und Tierwelt. Nach 2 Wochen war der Urlaub leider vorbei und ich wollte am liebsten sofort wieder los.

Ich hatte schon oft darüber nachgedacht ein Jahr „Auszeit“ zu nehmen und nach Neuseeland zu fliegen – aber ein Jahr lang allein unterwegs sein? Um Himmels Willen. Ich doch nicht. Und damit war der Gedanke erst mal wieder beiseite geschoben.

Im Jahr darauf war ich das erste Mal wie ein Backpacker unterwegs (wenn auch noch mit Koffer). Mit meinem besten Freund sind wir fast 4 Wochen durch Sri Lanka gereist, ohne vorher einen Plan zu haben, was wir sehen und wo wir unterwegs schlafen würden. Und welch Wunder – es war großartig!

Anfang 2016 hatte ich Freunde in der Schweiz besucht und wie ich auf dem Weg nach Hause so im Zug saß, nahmen die Gedanken ihren Lauf. Wie schön das Reisen doch ist. Und dann hab ich mich selbst gefragt warum ich es nicht einfach wage und ein Jahr frei mache. Ich ging die gedankliche Checkliste der Gründe durch, die vermeintlich dagegen sprachen und kam zu der Erkenntnis: es gibt keinen Grund es nicht zu tun. Außer, dass mir die Vorstellung noch etwas unheimlich war, tatsächlich allein loszuziehen.

Dass die Entscheidung an sich längst getroffen war, merkte ich, als ich wenige Tage nach dieser Zugfahrt im Gespräch mit meinem Versicherungsvertreter plötzlich fragte, wie das mit einer Langzeit-Auslandskrankenversicherung abläuft. Moment – hab ich das gerade laut gesagt? Damit war klar – die Entscheidung steht!

Das war der Anfang. Der erste Schritt. Da das allerdings kein Vorhaben ist, was man an einem Tag beschließt und am übernächsten einfach wieder sein lässt, wollte ich mir Zeit lassen, alles reiflich zu bedenken. Im September 2016 flog ich mit einer Freundin für 4 Wochen nach Australien – danach wollte ich mich endgültig entscheiden.

Die Zeit verging schnell und es passierte viel. Ich weihte engste Freunde ein, suchte mir einen Nebenjob verbrachte meine „Feierabende“ mit zusätzlicher Arbeit, um Geld sparen zu können. Ich plante die Reise nach Australien und verliebte mich neu.

Doch auch nach der (zu kurzen) Zeit in Down Under war ich mir unsicher. Das Reisen durch diverse Hostels hatte mich in die Realität zurück geholt, denn sind wir mal ehrlich: mit Sauberkeit nach „deutschem Standard“ hat das wenig zu tun. Und dann gab es plötzlich IHN an meiner Seite. Ich überlegte monatelang, aber es half nichts. Ich will die Welt sehen und zwar am liebsten sofort!

Im Januar 2017 stellte ich meinen Antrag auf das Sabbatjahr, im April hatte ich die Zusage meines Arbeitgebers und damit war sprichwörtlich die Katze aus dem Sack. Meine Eltern durften die Neuigkeit erst mal verarbeiten und sich mit dem Gedanken abfinden, denn aufzuhalten war mein Entschluss nicht mehr. Alles in allem habe ich wirklich nur gute Reaktionen auf meine Pläne bekommen. Natürlich auch mit zur Vorsicht mahnenden Worten, aber das ist ja auch in Ordnung.

Und jetzt ist es plötzlich gar nicht mehr lang, bis meine Reise los geht! Ich verschlinge förmlich andere Reiseblogs und schaue jede Menge Vlogs auf You Tube. Mein Countdown zählt fleißig rückwärts. Ich freue mich drauf.

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